GEO-Studie 2026: Wen zitiert die KI bei lokalen Anfragen?
Wir haben ChatGPT, Perplexity und Gemini mit denselben lokalen Suchanfragen getestet — 44 Läufe, ~360 Zitate. Das Ergebnis ist über alle drei Engines verblüffend gleich und zeigt dir genau, wo du stehen musst, um empfohlen zu werden.
Immer mehr Menschen googeln nicht mehr — sie fragen ChatGPT, Perplexity oder die KI-Antwort von Google. Auch nach lokalen Anbietern: „Wer baut mir eine Website?”, „guter Zahnarzt in der Nähe”, „beste Werbeagentur in Brandenburg”. Wer in diesen Antworten nicht auftaucht, existiert für diese Nutzer nicht. Also haben wir gemessen, woher die KI ihre Empfehlungen nimmt — und drei große Engines direkt gegeneinander gestellt.
Warum das zählt
Klassisches SEO optimiert für die zehn blauen Links. Die KI-Antwort steht aber darüber — und sie nennt oft nur eine Handvoll Anbieter, jeweils mit Quellenangabe. Diese zitierten Quellen entscheiden, wer genannt wird. Wenn du verstehst, welche Quellen die KI zieht, weißt du, wo du sichtbar sein musst, um empfohlen zu werden. Genau darum geht es bei GEO — und anders als beim Bauchgefühl lässt es sich messen.
Wie die KI zu ihrer Antwort kommt
Wenn ein moderner Chatbot mit Websuche eine lokale Frage bekommt, tut er drei Dinge: Er formuliert im Hintergrund mehrere Suchanfragen, liest die Treffer und fasst sie zu einer Empfehlung zusammen — mit Fußnoten auf die Seiten, die er benutzt hat. Diese Fußnoten sind öffentlich sichtbar und damit auswertbar. Sie verraten, welche Art von Quelle die KI für vertrauenswürdig genug hält: die Website des Betriebs selbst, ein Branchenbuch, ein lokales Stadtportal oder eine „Top-10”-Liste.
Wichtig zu wissen: GEO ersetzt SEO nicht, es baut darauf auf. ChatGPT stützt sich im Kern auf den Bing-Index, Googles KI-Antworten auf den Google-Index. Was nicht indexiert ist, kann die KI nicht zitieren. Mehr dazu in GEO vs. SEO.
Methodik
Bewusst schlank und reproduzierbar:
- 3 Engines mit Websuche: ChatGPT (gpt-4o), Perplexity (sonar), Google Gemini (gemini-2.5-flash).
- 12 identische lokale Anfragen über alle drei Engines — vom Handwerker (Dachdecker, SHK, Maler) über Gastronomie und Praxen bis zu Maklern und der „besten Agentur”; regionaler Fokus Brandenburg / Märkisch-Oderland. ChatGPT zusätzlich auf 20 Anfragen.
- Standort Deutschland. Für jede Antwort wurden alle zitierten Quell-Domains erfasst und klassifiziert: eigene Website, Verzeichnis, Lokal-Portal, Listicle („beste/Top X”), Bewertungsportal oder Presse.
- In Summe: 44 KI-Läufe, rund 360 klassifizierte Quell-Zitate.
Ehrlich eingeordnet: Das ist eine fokussierte Stichprobe mit regionalem Schwerpunkt, keine bundesweite Vollerhebung. Aber die Muster sind über Branchen und Engines hinweg so konsistent, dass sie belastbare Handlungsempfehlungen erlauben.
Ergebnis 1: Alle drei Engines ticken fast gleich
Das war die größte Überraschung. Man würde erwarten, dass ChatGPT, Perplexity und Gemini sehr unterschiedlich „denken”. Bei der Frage, welchen Quelltyp sie zitieren, sind sie sich aber erstaunlich einig:

| Engine | Eigene Website | Verzeichnis | Lokal-Portal | Listicle |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT | 55 % | 27 % | 4 % | 9 % |
| Perplexity | 45 % | 29 % | 4 % | 8 % |
| Gemini | 56 % | 27 % | 6 % | 5 % |
Rund die Hälfte der Zitate stammt jeweils von der eigenen Website eines Anbieters, etwa ein Drittel von Verzeichnissen. Der Rest verteilt sich auf lokale Portale und Ranking-Listen. Die praktische Konsequenz ist enorm: Du brauchst keine drei getrennten Strategien pro KI. Wer die Quellen bedient, die alle Engines nutzen, wird überall gleichzeitig sichtbarer.
Wo sich die Engines doch unterscheiden
Im Detail gibt es Nuancen:
- Perplexity ist am zitierfreudigsten. Auf dieselben 12 Fragen lieferte es 187 Zitate — gegenüber 98 bei Gemini und 75 bei ChatGPT. Perplexity listet breiter (oft ein Dutzend Anbieter mit Quelle) und greift besonders gern zu Verzeichnissen und Bewertungsportalen (Sortlist, Trustlocal, ProvenExpert).
- Gemini stützt sich auf Googles Grounding-Quellen und zitierte auffällig oft meinestadt.de und regionale Branchenbücher.
- ChatGPT antwortet am kompaktesten — wenige, kuratierte Quellen, dafür hoher Anteil eigener Websites und, bei „beste X”-Fragen, Ranking-Listen.
Die Richtung ist bei allen dieselbe — nur die Lautstärke variiert.
Ergebnis 2: Verzeichnisse und Lokal-Portale sind die Einfallstore
Wird nicht die eigene Seite zitiert, dann fast immer ein Branchenbuch oder ein lokales Portal. Und hier wiederholen sich dieselben Namen quer durch alle Engines:

Ganz vorn: GelbeSeiten, Das Örtliche, DasTelefonbuch und GoLocal — klassische Branchenbücher, die von allen drei Engines herangezogen werden (GelbeSeiten allein in 14 der Anfragen). Direkt dahinter Lokal-Portale wie das jeweilige Stadtportal und meinestadt.de. Konkret:
- „Welches Restaurant in Strausberg?” — ChatGPT zog jede Empfehlung aus dem offiziellen Stadtportal. Eine einzige Quelle bestimmte die komplette Antwort.
- „Guter Elektriker?” — hier war das lokale Stadtwerke-Portal die Hauptquelle, ergänzt um GelbeSeiten.
- „Zahnarzt?” — ein Mix aus eigenen Praxis-Websites und Gesundheitsverzeichnissen wie jameda.
- „Café?” — bei Perplexity dominierten Bewertungs- und Tourismusportale neben dem Stadtportal.
Ein sauberer, konsistenter Eintrag in den großen Verzeichnissen und im lokalen Stadtportal ist damit kein „nice to have” mehr, sondern die Grundvoraussetzung, um in KI-Antworten überhaupt vorzukommen.
Ergebnis 3: „Beste X”-Fragen ziehen Ranking-Listen
Sobald jemand nicht nach einem Anbieter „in der Nähe”, sondern nach dem „besten” fragt, kippt das Bild. Bei „beste Webagentur in Brandenburg” oder „Top Makler” zitiert die KI überproportional Listicles — redaktionelle „Top-10”-Artikel und Vergleichsportale. Dieselben Ranking-Seiten tauchten über alle Engines wieder auf (bei Agenturen etwa feedbax und — bei Perplexity besonders häufig — Sortlist). Wer bei diesen hochkommerziellen Fragen genannt werden will, muss auf den relevanten Listen stehen. Die gute Nachricht: Ein kostenloser Grundeintrag genügt oft.
Ergebnis 4: Wer nicht indexiert ist, ist unsichtbar — in jeder Engine
Der ernüchterndste Befund: Etablierte lokale Anbieter, die keine rankende eigene Seite und keinen Verzeichnis- oder Portal-Eintrag haben, tauchten in keiner der drei Engines auf — egal wie gut sie sind. Die KI kann nur zitieren, was sie findet. Sichtbarkeit in der KI-Suche ist damit kein Zufall, sondern das planbare Ergebnis aus auffindbarer eigener Seite plus präsenter Verzeichnis-/Portal-Spur. Ob eine KI deine Seite schon aufgreift, kannst du mit dem GEO-Check schnell testen.
Was das für dich konkret heißt
Aus den Daten ergeben sich vier klare Hebel — priorisiert nach dem, was die KI nachweislich am häufigsten zitiert:
- Die großen Verzeichnisse bedienen. GelbeSeiten, Das Örtliche, DasTelefonbuch, GoLocal — jeweils mit exakt identischen Firmendaten (Name, Adresse, Telefon). Konsistenz ist entscheidend: Widersprüchliche Angaben verwirren die Systeme.
- Auf den lokalen Portalen präsent sein. Das Stadtportal deiner Stadt, meinestadt.de, regionale Branchenbücher. Genau diese Quellen zitiert die KI bei „X in der Nähe”.
- Für „beste X” auf die Ranking-Listen. Kostenlose Grundeinträge in den relevanten Vergleichsportalen — ohne teure Upsells.
- Deine eigene Seite zitierfähig machen. Nutzt die KI deine Website, zitiert sie am liebsten klare, extrahierbare Aussagen: einen direkten Antwortsatz weit oben, eindeutige Leistungs- und Ortsangaben, echte Frage-Antwort-Blöcke und strukturierte Daten. Wie das geht, steht in In ChatGPT zitiert werden.
Und die Grundvoraussetzung über allem: eine eigene Website, die auch wirklich gefunden wird. Ohne Indexierung und Autorität bleibt selbst der schönste Auftritt außen vor.
Die häufigsten Fehler
- Inkonsistente Firmendaten — jede Abweichung erschwert der KI die Zuordnung „das ist dieselbe Firma”.
- Dünne oder keine eigene Seite — was nicht rankt, wird nicht als eigene Quelle zitiert.
- Kaum Bewertungen — ein starkes Vertrauenssignal, das auch KI-Systeme aufgreifen.
- Gekaufte Links und Massen-Verzeichnisse — schlägt regelmäßig fehl und kann schaden. Nachhaltiger sind wenige, gepflegte Einträge.
Fazit
Die KI-Suche ist keine Blackbox. Über ChatGPT, Perplexity und Gemini hinweg zieht sie ihre lokalen Empfehlungen aus einem überraschend einheitlichen Set: eigene Websites, Verzeichnisse, lokale Portale und — bei „beste X” — Ranking-Listen. Das ist eine gute Nachricht: Diese Quellen sind bekannt, erreichbar und größtenteils kostenlos. Wer sie systematisch bedient und eine auffindbare eigene Seite pflegt, wird sichtbar. Wer sie ignoriert, verschwindet — in allen Engines gleichzeitig.
Wenn du das strukturiert durchziehen willst, findest du im GEO·AIO Playbook den abhakbaren 30-Tage-Fahrplan dazu.
Methoden-Appendix
Getestete Kern-Anfragen (alle drei Engines): beste Webagentur Brandenburg · Webdesign Potsdam · Webagentur für kleine Unternehmen Berlin-Brandenburg · Friseur Strausberg · Physiotherapie Strausberg · Immobilienmakler Märkisch-Oderland · Heizung/Sanitär Strausberg · Café Strausberg · Garten- und Landschaftsbau Märkisch-Oderland · Fitnessstudio Strausberg · Dachdecker Märkisch-Oderland · Werbeagentur Brandenburg. (ChatGPT zusätzlich u. a. Zahnarzt, Restaurant, Elektriker, Steuerberater, Autowerkstatt, Fotograf, SEO-Agentur.)
Klassifikation: Jede zitierte Quell-Domain wurde einer von sechs Kategorien zugeordnet. Doppelnennungen derselben Domain innerhalb einer Antwort wurden einmal gezählt. Erhoben über die DataForSEO-AI-Optimization-API (ChatGPT-, Perplexity- und Gemini-LLM-Responses mit Websuche, Standort DE), August 2026. Rohdaten je Anfrage auf Anfrage verfügbar.
Von der Theorie zur zitierten Quelle
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